PPWR, EmpCo und sechs weitere Regelwerke
PPWR, EmpCo und sechs weitere Regelwerke betreffen Dich. Ob Du herstellst oder handelst.

Vier Rollen, eine Pflicht
Du lässt unter eigenem Namen produzieren?
Du verpackst erst an der Kasse — Tüte, Versandkarton?
Nur Paletten, Kartons, Umverpackung zum Kunden?
Nur wenige Sendungen im Jahr?
Acht Regelwerke, ein Datenstamm
EmpCo-RL (EU) 2024/825
Was das bedeutetWer mit Umwelt wirbt, muss es belegen können. Aussagen wie „klimaneutral" oder „umweltfreundlich" ohne prüfbare Grundlage werden ab dem 27.09.2026 angreifbar.
Wen es trifftJeden, der solche Aussagen verwendet — auf der Packung, im Shop, im Katalog.
Was wir prüfenOb zu jeder Umwelt-Aussage ein Beleg in Ihren Daten liegt.
PPWR (EU) 2025/40
Was das bedeutetFür jede Verpackung muss belegbar sein, woraus sie besteht, ob sie recycelt werden kann und wie sie zu entsorgen ist.
Wen es trifftJeden, der verpackte Ware auf den Markt bringt. Auch die Tüte an der Kasse und der Karton zum Kunden zählen.
Was wir prüfenMaterialangabe, Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Entsorgungshinweis, Registernummer.
GPSR (EU) 2023/988
Was das bedeutetJedes Konsumgut braucht einen erreichbaren Verantwortlichen in der EU und verständliche Sicherheitshinweise. Wer nur eine Adresse außerhalb der EU nennt, erfüllt das nicht.
Wen es trifftAlle Non-Food-Artikel — von der Bürste bis zum Ladekabel.
Was wir prüfenHersteller, EU-Verantwortlicher mit Kontaktdaten, Warn- und Verwendungshinweise.
MDR (EU) 2017/745
Was das bedeutetPflaster, Wundauflagen, Fieberthermometer, Kompressionsstrümpfe sind Medizinprodukte — auch wenn sie im Drogerieregal stehen. Für sie gelten strengere Angaben als für normale Ware.
Wen es trifftJeden, der solche Artikel vertreibt, auch als reiner Händler.
Was wir prüfenRisikoklasse, Herstellerangaben, Zweckbestimmung und Gebrauchshinweise.
CLP (EG) 1272/2008 + (EU) 2024/2865
Was das bedeutetWas gefährlich sein kann, muss man am Etikett erkennen: Warnzeichen, Signalwort und die Hinweise zu Gefahren und Schutz. Dazu kommt der UFI — ein Code, über den Giftnotrufzentralen im Notfall die genaue Rezeptur nachschlagen.
Wen es trifftReinigungsmittel, Sprays, Klebstoffe, Farben, Lampenöl.
Was wir prüfenSignalwort, Warnzeichen, Gefahren- und Sicherheitshinweise, UFI-Code.
Grundtext (konsolidierte Fassung) auf EUR-Lex → · Änderungen von 2024 →
Kosmetik-VO (EG) 1223/2009
Was das bedeutetVon Shampoo bis Zahnpasta: Alle Inhaltsstoffe müssen in einer festen internationalen Schreibweise auf der Packung stehen, und eine namentlich benannte Person in der EU muss dafür verantwortlich sein.
Wen es trifftAlle kosmetischen Mittel, auch Seife und Sonnencreme.
Was wir prüfenInhaltsstoffliste, verantwortliche Person, Haltbarkeits- und Verwendungshinweise.
Detergenzien-Verordnung
Was das bedeutetBei Wasch- und Reinigungsmitteln muss offengelegt werden, was drin ist. Künftig digital: über einen Produktpass, den man per Code am Produkt aufruft.
Wen es trifftWasch- und Reinigungsmittel, Weichspüler, Geschirrspülmittel.
Was wir prüfenInhaltsstoffangaben, Dosierhinweise, Warnhinweise — und ob die Felder für den späteren Produktpass befüllbar sind.
Aktuell geltende Verordnung (EG) 648/2004 auf EUR-Lex →
Neufassung in Vorbereitung — Fundstelle wird ergänzt, sobald die Nummer bestätigt ist.
Arzneimittelrecht (AMG)
Was das bedeutetManche Mittel darf man außerhalb der Apotheke verkaufen — Erkältungstees, Wundsalben, Pflanzensäfte. Dafür braucht es aber Sachkunde im Betrieb und korrekte Pflichtangaben am Produkt.
Wen es trifftJeden, der freiverkäufliche Arzneimittel im Sortiment führt.
Was wir prüfenOb die Produktkategorie richtig gesetzt ist und die Pflichtangaben vorliegen.
Das meiste gilt bereits. Die Frage ist, ob Deine Daten das abbilden.
Gilt bereits
27.09.2026
2027–2028
ab 2029
Compliance GAP-Finder
Ein Artikel oder Euer ganzer GS1-Export als XLS oder JSON. Ihr bekommt die Lücken pro SKU.
Kein Alarmbericht. Ein Kassensturz.
Logistikdaten zu 100 % gepflegt, Compliance-Felder nicht. Entsorgungshinweise: 0 von 16 Artikeln.

Ein Datenmodell, das mit den Regelwerken mitwächst
Serviceverpackung
Transportverpackung
Primärproduktionsverpackung

Die Nachweise liegen bei Deinen Lieferanten. Die Pflicht liegt bei Dir.
- Mehrsprachige, strukturierte Formulare — keine Freitextfelder
- Automatische Validierung eingehender Daten
- Erinnerungs-Workflow statt manuellen Nachfassens
Wo Pflichtangaben fehlen, drohen Beanstandung und Vertriebsstopp für die betroffene Ware.
Mit einem aktuellen Gap-Report weißt Du das vorher.
Umsatz und Haftung
Das ist kein Compliance-Thema. Das ist ein Umsatz-Thema.
Der Digitale Produktpass kommt nicht aus einer Verordnung, sondern aus mehreren
- Digitaler Produktpass
- GS1 Digital Link
- EN 18216 ff

Produkt-Compliance 2026, kurz beantwortet
Gilt das Verpackungsrecht auch für uns, wenn wir nicht selbst produzieren?
Wer gilt als Hersteller bzw. Inverkehrbringer?
Wie hängen VerpackG, das Anpassungsgesetz und die PPWR zusammen?
Muss ich mich bei LUCID registrieren, wenn ich nur Transportverpackungen verwende?
Was passiert bei fehlender Registrierung oder Lizenzierung?
Welche Fristen laufen 2026?
Brauche ich schon einen Digitalen Produktpass?
Welche Daten muss ich von Lieferanten einholen?
Welche EU-Regelwerke betreffen einen Drogerie-Händler gleichzeitig?
Was ist ein UFI-Code und wo muss er stehen?
Der Unique Formula Identifier ist ein 16-stelliger Code auf dem Etikett gefahrstoffhaltiger Gemische, der die Rezeptur mit der Meldung an die Giftinformationszentren verknüpft. Grundlage: CLP-Verordnung, Artikel 25.
Brauche ich ein Claim-Inventar?
Ersetzt der Gap-Report eine rechtliche Prüfung?
Nein. Er zeigt, welche regulatorisch relevanten Felder in Deinem Produktdatenstamm vorhanden sind und welche fehlen. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Deiner Rechtsabteilung oder Kanzlei.
Bereit für die Regelwerke, die schon gelten?
Alle Angaben auf dieser Seite basieren auf den folgenden EU-Verordnungen und nationalen Gesetzen.
1. EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825
Die Abkürzung „EmpCo“ steht für „Empowering Consumers“ (vollständig: Empowering Consumers for the Green Transition). Die EU-Richtlinie soll die Verbraucher besser vor irreführenden Werbeversprechen und sogenanntem Greenwashing schützen.
2. PPWR — Verordnung (EU) 2025/40
Das Kürzel „PPWR“ steht für „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (auf Deutsch: Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung). Diese EU-Verordnung sorgt für einheitliche und verbindliche Regeln zu Verpackungen und Verpackungsmüll in allen Mitgliedstaaten. Sie löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab.
3. Arzneimittelrecht (AMG, freiverkäuflich)
Der §50 des deutschen Arzneimittelgesetzes (AMG) regelt den Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln außerhalb von Apotheke (betreffend Sachkunde und den Nachweis derselben, verantwortlichen Personen pro Filiale).
4. Detergenzien-Verordnung (EU) 2026/405
Die europäische Detergenzien-Verordnung regelt das Inverkehrbringen von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie den darin enthaltenen Tensiden. Ihr Hauptziel ist es, den freien Warenverkehr im EU-Binnenmarkt zu sichern und gleichzeitig ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt (insbesondere Gewässer) zu gewährleisten.
5. GPSR — Verordnung (EU) 2023/988
Die Abkürzung „GPSR“ steht für „General Product Safety Regulation“ (auf Deutsch: Produktsicherheitsverordnung), früher „Produktsicherheitsrichtlinie“. Hauptziele sind der Verbraucherschutz (alle Non-Food-Produkte auf dem EU-Markt müssen sicher sein) und eine gebotene Modernisierung (Anpassung an den Online-Handel und neue Technologien wie z. B. KI und Cybersicherheit).
6. MDR — Verordnung (EU) 2017/745
Die „Medical Device Regulation“ bezeichnet die europäische Medizinprodukteverordnung. Sie regelt die Herstellung, den Verkauf und die Sicherheit von Medizinprodukten in der Europäischen Union und hat zwecks Verbesserung des Schutzes von Patientinnen und Patienten ältere Richtlinien abgelöst.
7. CLP — Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 mit Revision (EU) 2024/2865
Hinter der Abkürzung „CLP“ steht der englische Begriff „Classification, Labelling and Packaging“ (auf Deutsch: Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung). Die dahinterstehende CLP-Verordnung ist ein zentrales EU-Gesetz für den Umgang mit Chemikalien. Sie setzt das weltweite System der Vereinten Nationen (GHS – Global Harmonisiertes System) in europäisches Recht um und sorgt dafür, dass Gefahren von Chemikalien für Mensch und Umwelt europaweit einheitlich erkannt und kommuniziert werden.
8. Kosmetik-Verordnung (EG) Nr. 1223/2009
Die EU-Kosmetik-Verordnung ist ein strenges und einheitliches Regelwerk, das die Sicherheit von kosmetischen Produkten für den Verbraucher in der gesamten Europäischen Union garantiert.