Compliance

Acht Regelwerke. Welche davon für euch gelten, steht in euren Produktdaten.

PPWR, EmpCo, GPSR, CLP und weitere Vorgaben greifen je nach Sortiment und Rolle. Ob ihr herstellt, importiert oder handelt: Der Gap-Report zeigt euch pro Artikel, welche Pflichtangaben fehlen.

Beispiel-Auswertung16 Artikel
RegelwerkReadiness
Kosmetik-VO100 %
CLP85 %
MDR83 %
PPWR40 %
EmpCo6 %

Beispiel aus einem realen GS1-Export mit 16 Artikeln. Readiness = Anteil der geprüften Pflichtfelder, die befüllt sind.

Gilt das für uns?

Welche Rolle habt ihr in der Lieferkette?

Vier Rollen, unterschiedliche Pflichten.

Hersteller oder Produzent

Ihr produziert selbst oder lasst unter eurer Marke produzieren? Dann tragt ihr die volle Verantwortung für alle Pflichtangaben.

Vertrieb oder Importeur

Ihr importiert oder vertreibt fremde Marken? Dann übernehmt ihr Herstellerpflichten und müsst Kennzeichnung und Daten vor dem Verkauf prüfen.

Vertriebsagentur

Ihr vermittelt Marken an den Handel? Dann seid ihr in der Regel nicht selbst in der Pflicht. Aber ohne vollständige Daten scheitert die Listung.

Handel und weitere Rollen

Ihr seid Händler, Gastronom oder Dienstleister? Auch Tüten, Versandkartons und Serviceverpackungen sind registrierungspflichtig. Eine Mindestmenge gibt es nicht.

Grundlage: Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), Verordnung (EU) 2025/40 und Verordnung (EU) 2023/988. Fundstellen unten im Abschnitt Rechtsgrundlagen.

Regelwerke

Acht Regelwerke, ein Datenstamm.

Welche Vorgabe greift, hängt davon ab, was ihr verkauft. Die Daten dafür liegen alle an derselben Stelle: in eurem Produktdatenstamm.

Stand: September 2026

EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825ab 27.09.2026

Was das bedeutet: Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich" oder „grün" sind nur noch mit nachgewiesener Umweltleistung erlaubt. „Klimaneutral" auf Basis von CO2-Kompensation ist verboten, auch mit Beleg. Nachhaltigkeitssiegel brauchen ein anerkanntes Zertifizierungssystem.

Wen es trifft: Jeden, der gegenüber Verbrauchern mit Umweltaussagen wirbt: auf der Packung, im Shop, im Katalog.

Was wir prüfen: Welche Umweltaussagen und Siegel pro Artikel verwendet werden und ob ein Beleg dazu hinterlegt ist.

Richtlinientext auf EUR-Lex → · EmpCo-Checkliste →
PPWR (EU) 2025/40seit 12.08.2026, gestaffelt bis 2030

Was das bedeutet: Für jede Verpackung muss dokumentiert sein, woraus sie besteht und wer sie in Verkehr bringt. Die einheitliche Kennzeichnung folgt ab 2028, Vorgaben zu Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil ab 2030. Wer die Daten jetzt erfasst, ist rechtzeitig bereit.

Wen es trifft: Jeden, der verpackte Ware auf den Markt bringt. Auch die Tüte an der Kasse und der Versandkarton zum Kunden zählen.

Was wir prüfen: Material, Registernummer, Entsorgungshinweis, Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil.

Verordnungstext auf EUR-Lex → · PPWR-Fristen und FAQ →
GPSR (EU) 2023/988seit 13.12.2024

Was das bedeutet: Jedes Verbraucherprodukt braucht einen erreichbaren Verantwortlichen in der EU und verständliche Sicherheitshinweise. Eine Adresse außerhalb der EU reicht nicht. Im Onlineshop müssen diese Angaben direkt am Artikel stehen.

Wen es trifft: Alle Non-Food-Artikel, von der Bürste bis zum Ladekabel. Händler müssen vor dem Verkauf prüfen, ob die Angaben vorhanden sind.

Was wir prüfen: Hersteller, EU-Verantwortlicher mit Kontaktdaten, Warn- und Verwendungshinweise.

Verordnungstext auf EUR-Lex →
MDR (EU) 2017/745seit 26.05.2021

Was das bedeutet: Pflaster, Wundauflagen, Fieberthermometer und Kompressionsstrümpfe sind Medizinprodukte, auch im Drogerieregal. Für sie gelten strengere Angaben als für normale Ware.

Wen es trifft: Jeden, der solche Artikel vertreibt, auch als reiner Händler. Er muss CE-Kennzeichnung, Herstellerangaben und Gebrauchsanweisung prüfen.

Was wir prüfen: Risikoklasse, CE-Kennzeichnung, UDI, Herstellerangaben, Zweckbestimmung und Gebrauchshinweise.

Verordnungstext auf EUR-Lex →
CLP (EG) 1272/2008 + (EU) 2024/2865neue Pflichten ab 01.01.2028

Was das bedeutet: Was gefährlich sein kann, muss man am Etikett erkennen: Gefahrenpiktogramme, Signalwort sowie Gefahren- und Sicherheitshinweise. Dazu kommt der UFI, ein Code, über den Giftinformationszentren im Notfall die genaue Rezeptur nachschlagen. Ab 2028 gelten neue Regeln für Schriftgröße und Layout. Wer online verkauft, muss die Gefahrenangaben dann auch im Listing zeigen.

Wen es trifft: Hersteller und Händler von Reinigungsmitteln, Sprays, Klebstoffen, Farben und Lampenöl.

Was wir prüfen: Signalwort, Gefahrenpiktogramme, Gefahren- und Sicherheitshinweise, UFI-Code.

Grundtext (konsolidierte Fassung) auf EUR-Lex → · Revision 2024 → · Verschiebung 2025 →
Kosmetik-Verordnung (EG) 1223/2009laufend

Was das bedeutet: Von Shampoo bis Zahnpasta: Alle Inhaltsstoffe müssen in der international einheitlichen INCI-Schreibweise auf der Packung stehen. Eine verantwortliche Person oder ein Unternehmen mit Sitz in der EU muss auf der Verpackung genannt sein.

Wen es trifft: Alle kosmetischen Mittel, auch Seife und Sonnencreme.

Was wir prüfen: Inhaltsstoffliste, verantwortliche Person, Haltbarkeits- und Verwendungshinweise.

Verordnungstext auf EUR-Lex →
Detergenzien-Verordnung (EU) 2026/405ab 23.09.2029, bis dahin (EG) 648/2004

Was das bedeutet: Bei Wasch- und Reinigungsmitteln muss offengelegt werden, was drin ist. Die neue Verordnung macht einen Digitalen Produktpass zur Pflicht, den man per Code am Produkt aufruft. Das Etikett darf teilweise digital sein.

Wen es trifft: Wasch- und Reinigungsmittel, Weichspüler, Geschirrspülmittel.

Was wir prüfen: Inhaltsstoffangaben, Dosierhinweise, Warnhinweise und ob die Felder für den Produktpass befüllbar sind.

Verordnungstext auf EUR-Lex →
Arzneimittelgesetz (AMG), freiverkäufliche Arzneimittellaufend

Was das bedeutet: Manche Arzneimittel darf man außerhalb der Apotheke verkaufen, etwa Erkältungstees, Wundsalben oder Pflanzensäfte. Dafür braucht es Sachkunde im Betrieb und korrekte Pflichtangaben am Produkt.

Wen es trifft: Jeden, der freiverkäufliche Arzneimittel im Sortiment führt.

Was wir prüfen: Ob die Produktkategorie richtig gesetzt ist und die Pflichtangaben vorliegen.

§ 50 AMG im Volltext →
Fristen-Realität

Das meiste gilt bereits. Die Frage ist, ob eure Daten das abbilden.

Gilt bereits
MDR (seit 2021), GPSR (seit 13.12.2024), Kosmetik-Verordnung, AMG und die Detergenzien-Verordnung 648/2004.
Seit 12.08.2026: PPWR und VerpackDG
Die Verpackungsverordnung gilt unmittelbar, das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz regelt die Umsetzung in Deutschland.
Ab 27.09.2026: EmpCo
Umweltaussagen nur noch mit Nachweis, Siegel nur aus anerkannten Zertifizierungssystemen.
Ab 01.01.2028: CLP
Neue Etikett- und Onlinepflichten für Gefahrstoffe, inklusive Vorgaben zu Schriftgröße und Layout.
Ab 12.08.2028: PPWR-Kennzeichnung
Einheitliche Kennzeichnung mit Sortierhinweis auf der Verpackung. Das Datenfeld braucht ihr vorher.
Ab 23.09.2029: Detergenzien-Verordnung
Die neue Verordnung (EU) 2026/405 macht den Digitalen Produktpass für Wasch- und Reinigungsmittel zur Pflicht.
Ab 2030: PPWR-Materialvorgaben
Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil werden verbindlich.
Compliance GAP-Finder

Euer GS1-Export als XLS oder JSON. Wir prüfen kostenlos und ohne Account 20 Artikel.

Welche Vorschriften gelten für eure Produkte? Kompletter Export möglich. Kostenlos prüfen wir 20 Artikel aus möglichst vielen Warengruppen und zeigen euch die Lücken pro Artikel.

Der Gap-Report

Kein Alarmbericht. Ein Kassensturz.

Statt 40 Seiten Verordnungstext: ein priorisierter Report mit euren offenen Punkten und dem, was längst erledigt ist. Ladet euren kompletten GS1-Export hoch. Kostenlos und ohne sugarize-Account wählen wir 20 Artikel aus möglichst vielen Warengruppen aus. So seht ihr, welche Regelwerke euer Sortiment betreffen. Den Report für alle Artikel bekommt ihr in sugarize.

Logistikdaten zu 100 % gepflegt, Compliance-Felder nicht. Entsorgungshinweise: 0 von 16 Artikeln.

Readiness je Regelwerk, Kernfelder-Check je Artikel, Fristen-Ampel. Geprüft werden die Pflicht-Kernfelder, die im Datenexport vorhanden sind. Die vollständigen Anforderungen gehen darüber hinaus. Reale Lücken sind also eher größer als ausgewiesen.

Readiness je Regelwerk16 Basisartikel, realer GS1-Export
RegelwerkReadiness
Kosmetik-VO100 %
CLP85 %
MDR83 %
PPWR40 %
EmpCo6 %
Datenmodell

Ein Datenmodell, das mit den Regelwerken mitwächst.

sugarize ist die Produktdaten-Plattform für Lebensmittelindustrie und -handel und prüft auch die Drogerie- und Non-Food-Sortimente derselben Häuser. Die Compliance-Prüfung ist eines von mehreren Modulen, die direkt auf eurem Produktdatenstamm aufsetzen. Verpackungen, Inhaltsstoffe, Gefahrstoffkennzeichnung und Umweltaussagen sind sauber getrennt erfasst. Führt ihr Lebensmittel, sind die Angaben für die LMIV schon da. Der Report zeigt, was für PPWR und EmpCo zusätzlich fehlt.

Verkaufsverpackung

Die Packung, die der Kunde kauft.

Umverpackung

Mehrere Verkaufseinheiten zusammengefasst, etwa ein Sixpack oder Display.

Versandverpackung

Der Karton, in dem Onlinebestellungen beim Kunden ankommen.

Serviceverpackung

Tüte, Becher oder Einschlagpapier, befüllt an der Theke oder Kasse.

Transportverpackung

Paletten, Folien und Kartons für den Transport zum Handel.

In einer realen Auswertung über 16 Basisartikel fehlten Entsorgungshinweise bei 16 von 16 und Angaben zur Recyclingfähigkeit bei 13 von 16. Diese Daten liegen typischerweise beim Lieferanten.

Lieferantenportal

Die Nachweise liegen bei euren Lieferanten. Die Pflicht liegt bei euch.

Konformitätserklärungen, Materialangaben, Sicherheitsdatenblätter, UFI-Codes: Strukturierte Formulare holen ein, was per Excel-Ping-Pong nicht zurückkommt.

  • Mehrsprachige, strukturierte Formulare statt Freitextfelder
  • Automatische Prüfung eingehender Daten
  • Erinnerungen statt manuellem Nachfassen

Konsequenz

Wo Pflichtangaben fehlen, drohen Beanstandung und Vertriebsstopp für die betroffene Ware.

Beruhigung

Mit einem aktuellen Gap-Report wisst ihr das vorher. Nicht erst, wenn der Vertrieb schon steht.

Umsatz und Haftung

Das ist kein Compliance-Thema. Das ist ein Umsatz-Thema.

Gesperrte Ware verkauft sich nicht. Die Verantwortung dafür liegt bei der Geschäftsführung.

Kostenlosen Gap-Report starten

Zukunftssicherheit

Der Digitale Produktpass kommt nicht aus einer Verordnung, sondern aus mehreren.

Batterien, Wasch- und Reinigungsmittel, später Textilien und weitere Produktgruppen: Die Pflichten laufen gestaffelt an, greifen aber auf dieselbe Datenstruktur zu. Auch die PPWR setzt auf digitale Datenträger an der Verpackung. Wer heute sauber strukturiert, erzeugt den Pass später aus dem Bestand.

Digitaler Produktpass · GS1 Digital Link · EN 18216 ff.

Häufige Fragen

Produkt-Compliance 2026, kurz beantwortet.

Gilt das Verpackungsrecht auch für uns, wenn wir nicht selbst produzieren?

Ja. Entscheidend ist, wer die Verpackung in Verkehr bringt, nicht wer sie herstellt. Wer unter eigenem Namen produzieren lässt, gilt als Hersteller. Wer Ware aus dem Ausland einführt, übernimmt als Importeur die Pflichten.

Wir sind Vertriebsagentur. Betrifft uns das?

In der Regel nicht direkt, solange Ihr die Ware nicht selbst kauft und weiterverkauft. Dann seid Ihr Händler oder Importeur. Als Agentur seid Ihr aber die Datenschnittstelle zum Handel: Fehlen Pflichtangaben, scheitert die Listung.

Wer gilt im Verpackungsrecht als Hersteller bzw. Erzeuger?

Hersteller ist, wer eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt herstellt oder unter eigenem Namen herstellen lässt. Für Registrierung und Lizenzierung zählt, wer befüllte Verpackungen erstmals in Deutschland bereitstellt. Das gilt auch für Importeure und Versandhändler aus dem Ausland.

Wie hängen VerpackDG und PPWR zusammen?

Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) gilt seit 12.08.2026 unmittelbar in allen EU-Staaten. Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG, BGBl. I 2026 Nr. 207) hat zum selben Datum das bisherige Verpackungsgesetz abgelöst und regelt die Umsetzung in Deutschland. Das Verpackungsregister LUCID bleibt bestehen.

Muss ich mich bei LUCID registrieren, wenn ich nur Transport- oder Serviceverpackungen verwende?

Ja. Die Registrierungspflicht kennt keine Mindestmenge. Bei Serviceverpackungen kann euer Lieferant die Lizenzierung übernehmen, die Registrierung bleibt bei euch. Quelle: Zentrale Stelle Verpackungsregister, verpackungsregister.org.

Was passiert bei fehlender Registrierung oder Lizenzierung?

Es drohen Bußgelder und ein Vertriebsverbot für die betroffene Ware.

Welche Fristen laufen 2026?

PPWR und VerpackDG gelten seit 12.08.2026. Die EmpCo-Vorgaben zu Umweltaussagen greifen ab 27.09.2026 über das Wettbewerbsrecht (UWG). GPSR gilt seit 13.12.2024, MDR und Kosmetik-Verordnung laufend. CLP-Etikettregeln folgen 2028, der Digitale Produktpass gestaffelt nach Produktgruppe.

Was ist die LMIV und für wen gilt sie?

Die LMIV (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011) regelt, welche Angaben auf verpackten Lebensmitteln stehen müssen: Bezeichnung, Zutaten, Allergene, Nährwerte, Inverkehrbringer. Sie gilt für jeden, der Lebensmittel in der EU in Verkehr bringt, auch für Importeure und Handelsmarken. Verantwortlich ist, wessen Name auf der Packung steht, nicht der Hersteller im Ausland. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 auf EUR-Lex →

Was ändert sich am 27.09.2026 durch die EmpCo-Richtlinie?

Ab diesem Datum sind allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ ohne Nachweis verboten. „Klimaneutral“ allein auf Basis von CO₂-Kompensation ist untersagt. Nachhaltigkeitssiegel brauchen ein anerkanntes Zertifizierungssystem. In Deutschland läuft die Durchsetzung über das Wettbewerbsrecht, Verstöße sind also abmahnfähig. Richtlinie (EU) 2024/825 auf EUR-Lex →

Dürfen wir noch „klimaneutral“ auf die Verpackung schreiben?

Ab 27.09.2026 nicht mehr, wenn die Aussage allein auf CO₂-Kompensation beruht. Auch mit Nachweis wird die Formulierung schwer zu halten sein. sugarize führt das Nachweis-Register für Siegel und Claims, die rechtliche Bewertung der konkreten Formulierung bleibt bei eurer Rechtsabteilung oder Kanzlei. Richtlinie (EU) 2024/825 auf EUR-Lex →

Welche Nachweise brauchen wir für ein Nachhaltigkeitssiegel?

Ab 27.09.2026 muss ein Siegel aus einem anerkannten Zertifizierungssystem mit unabhängiger Prüfung stammen oder von einer Behörde eingeführt sein. Selbst entwickelte, unzertifizierte Siegel sind dann unzulässig. sugarize führt je Siegel Aussage, Art, Zertifikat und Gültigkeit, die Bewertung im Einzelfall bleibt bei eurer Rechtsabteilung. Richtlinie (EU) 2024/825 auf EUR-Lex →

Was ist die PPWR und seit wann gilt sie?

Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) ist die unmittelbar geltende EU-Verpackungsverordnung. Sie gilt seit 12.08.2026 in allen Mitgliedstaaten, unter anderem mit Stoffbeschränkungen für PFAS in Lebensmittelkontakt-Verpackungen. Die harmonisierte Kennzeichnung mit Sortierhinweis folgt gestaffelt ab 12.08.2028. Verordnung (EU) 2025/40 auf EUR-Lex →

Ist Nutri-Score in Deutschland Pflicht?

Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Wer sich dafür entscheidet, muss ihn nach der offiziellen Berechnungslogik anwenden und darf ihn dann nicht willkürlich weglassen. Im Artikelpass-Muster von sugarize ist ein simulierter Nutri-Score ausdrücklich als Simulation gekennzeichnet, solange die Marke nicht registriert ist. Nutri-Score beim BMLEH →

Brauche ich schon einen Digitalen Produktpass?

Für Lebensmittel nicht: Die ESPR (Verordnung (EU) 2024/1781) nimmt Lebensmittel, Futtermittel und Arzneimittel ausdrücklich vom Anwendungsbereich aus. Für andere Sortimente starten die Pflichten gestaffelt, für Batterien ab 2027, für Wasch- und Reinigungsmittel ab 2029. Der Artikelpass von sugarize ist deshalb kein Produktpass nach ESPR, sondern ein freiwilliges Informationsangebot auf Basis heute geltender Pflichten. Verordnung (EU) 2024/1781 auf EUR-Lex →

Welche Daten muss ich von Lieferanten einholen?

Je nach Produkt: Materialangaben und Recyclingfähigkeit der Verpackung, INCI-Listen bei Kosmetik, Sicherheitsdatenblätter und UFI-Codes bei Gefahrstoffen, Konformitätserklärungen. Strukturiert, nicht als Freitext.

Wie viele Regelwerke können gleichzeitig greifen?

Im Sortiment eines Drogeriemarkts bis zu acht: PPWR und EmpCo für das ganze Sortiment, dazu GPSR, MDR, CLP, Kosmetik-Verordnung, Detergenzienrecht und Arzneimittelgesetz je nach Produktkategorie. Bei Lebensmitteln sind es vor allem PPWR und EmpCo, neben der LMIV.

Was ist ein UFI-Code und wo muss er stehen?

Der Unique Formula Identifier ist ein 16-stelliger Code auf dem Etikett gefährlicher Gemische. Er verknüpft die Rezeptur mit der Meldung an die Giftinformationszentren. Grundlage: CLP-Verordnung, Artikel 25.

Brauche ich ein Claim-Inventar?

Wer mit Umweltaussagen wirbt, muss sie belegen können. Ohne strukturierte Erfassung wisst ihr im Zweifel nicht, welche Aussage auf welcher Packung und in welchem Online-Listing steht. Genau das wird ab 27.09.2026 zum Risiko.

Was kostet der Gap-Report?

Nichts. Ihr ladet euren kompletten Export hoch. Kostenlos werten wir 20 Artikel aus möglichst vielen Warengruppen aus. Den Report für alle Artikel und laufend aktuell bekommt ihr in sugarize.

Ersetzt der Gap-Report eine rechtliche Prüfung?

Nein. Er zeigt, welche regulatorisch relevanten Felder in eurem Produktdatenstamm vorhanden sind und welche fehlen. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei eurer Rechtsabteilung oder Kanzlei.

Fragen zu Pflichtangaben im Onlineshop, zu leeren Pflichtfeldern im Datenpool und zur Rolle als Inverkehrbringer beantwortet die FAQ auf der Startseite.

sugarize ersetzt keine Rechtsberatung. Der Gap-Report ist eine Orientierungshilfe und benennt Handlungsfelder auf Basis der Pflichtfelder in eurem Datenstamm. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei eurer Rechtsabteilung oder Kanzlei.

Kontakt

Bereit für die Regelwerke, die schon gelten?

Euer GS1-Export als XLS oder JSON. Wir prüfen kostenlos und ohne sugarize-Account 20 Artikel aus möglichst vielen Warengruppen. Ihr bekommt die Lücken pro Artikel.

Wir melden uns so schnell wie möglich.

Rechtsgrundlagen

Alle Angaben auf dieser Seite basieren auf den folgenden EU-Regelwerken und nationalen Gesetzen.

  1. EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825. „EmpCo" steht für „Empowering Consumers for the Green Transition". Die Richtlinie schützt Verbraucher vor irreführenden Umweltaussagen und Greenwashing. In Deutschland wird sie über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt und gilt ab 27.09.2026.
  2. PPWR, Verordnung (EU) 2025/40. „PPWR" steht für „Packaging and Packaging Waste Regulation", auf Deutsch Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung. Sie gilt seit 12.08.2026 einheitlich in allen EU-Staaten und löst die bisherige Verpackungsrichtlinie ab.
  3. Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), BGBl. I 2026 Nr. 207. Regelt seit 12.08.2026 die Umsetzung der PPWR in Deutschland, unter anderem Registrierung und Systembeteiligung. Es ersetzt das bisherige Verpackungsgesetz (VerpackG). Volltext →
  4. GPSR, Verordnung (EU) 2023/988. „GPSR" steht für „General Product Safety Regulation", auf Deutsch Produktsicherheitsverordnung. Sie gilt seit 13.12.2024 für Verbraucherprodukte außerhalb des Lebensmittelbereichs und hat die frühere Produktsicherheitsrichtlinie abgelöst.
  5. MDR, Verordnung (EU) 2017/745. Die Medizinprodukteverordnung regelt Herstellung, Vertrieb und Sicherheit von Medizinprodukten in der EU. Sie gilt seit 26.05.2021.
  6. CLP, Verordnung (EG) 1272/2008, geändert durch (EU) 2024/2865 und (EU) 2025/2439. „CLP" steht für „Classification, Labelling and Packaging", auf Deutsch Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung. Sie setzt das weltweite GHS-System der Vereinten Nationen in EU-Recht um. Die Revision von 2024 bringt neue Etikett- und Onlinepflichten, die nach der Verschiebung von 2025 ab 01.01.2028 gelten.
  7. Kosmetik-Verordnung (EG) 1223/2009. Einheitliches Regelwerk für die Sicherheit und Kennzeichnung kosmetischer Mittel in der EU.
  8. Detergenzien-Verordnung (EU) 2026/405. Regelt Wasch- und Reinigungsmittel sowie die darin enthaltenen Tenside. Sie gilt ab 23.09.2029 und ersetzt dann die Verordnung (EG) 648/2004. Neu sind unter anderem der Digitale Produktpass und digitale Etiketten.
  9. Arzneimittelgesetz (AMG), § 50. Regelt den Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln außerhalb von Apotheken, insbesondere die Sachkunde und die verantwortliche Person je Verkaufsstelle.